Till Wahnbaeck und Lorraine Muluka, CEO von Malaica, lächeln für ein Selfie während eines Videodrehs in einem Büro, hinter ihnen ein Filmteam und Beleuchtungsausrüstung.

Ein Krankenhaus, ein Pivot und eine Beförderung

Ein Krankenhaus, ein Pivot und eine Beförderung

Till Wahnbaeck

Gründer & CEO

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Liebe Impacc-Freunde,

unser Jahresbericht 2025 ist erschienen. Keine Sorge – ich will euch nicht zum Lesen zwingen (aber es lohnt sich schon, finde ich – Link ganz unten). Stattdessen hier kurz und knapp und Social-Media-tauglich (und ganz ohne Hinweis auf Trump oder Wal Timmy) die Highlights, die bei mir hängengeblieben sind: die Eröffnung eines Krankenhauses, ein Startup, das endlich sein Geschäftsmodell gefunden hat, eine längst überfällige Beförderung und ein kleiner, aber zufriedenstellender Exit. Ach ja, und eine Zahl, die selbst mich überrascht hat. Auf geht‘s.

2025: Das Jahr in Zahlen

Hier die Schlagzeilen:

Unser Portfolio ist im Umsatz um 30,6 % auf 3,54 Millionen Euro gewachsen. Mehr als die Hälfte unserer Ventures sind profitabel oder auf dem besten Weg dorthin. Insgesamt haben sie 16.818 Arbeitsplätze – direkt und indirekt – in einigen der am stärksten benachteiligten Regionen Subsahara-Afrikas geschaffen. Die Zahl ist so hoch, dass wir sie selbst zunächst kaum glauben konnten; aber wir haben sie mehrfach geprüft und unseren Ansatz von verschiedenen Experten aus Wissenschaft und Praxis validieren lassen – es stimmt. Und 77 Cent von jedem Euro, den wir von euch erhalten haben, sind direkt in Startups geflossen. Nicht in Gemeinkosten, nicht in die Verwaltung, nicht an Berater. Direkt an die Gründer. Ich bin stolz auf diese Zahlen. Aber Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte. Menschen tun es.


Lorraines Geschichte und Malaicas Erfolg

Lorraine Mulukas Erfahrung ist auch die Geschichte ihrer Firma. Ihre Cousine starb im achten Schwangerschaftsmonat. Eine Tragödie, die in vielen Teilen Afrikas leider viel zu oft vorkommt. Die Müttersterblichkeit ist hoch, die medizinische Versorgung schwach, und das System, das Mütter eigentlich schützen sollte, lässt sie oft im Stich, noch bevor sie eine Klinik erreichen.

Lorraine, eine Kinderärztin, wollte nicht, dass sich so eine Geschichte jemals wiederholt. Und so hat sie Malaica gegründet, ein Unternehmen für Müttergesundheit in Kenia. Es kombiniert digitale Tools mit praktischer Betreuung, um Mütter und Babys während der Schwangerschaft und darüber hinaus zu schützen. Im Jahr 2025 ist Malaica um 261 % gewachsen. Und im zweiten Quartal 2026 eröffnen sie und ihr Team das erste Malaica-Krankenhaus, eine vollwertige Entbindungsklinik. Und damit kommt sie ihrem Ziel „Making pregnancy safe and affordable for millions“ einen großen Schritt näher.

Genau das meine ich, wenn ich sage, dass unternehmerische Lösungen Leben verändern. Nicht Notfinanzierung, nicht die eine einmalige Spende, sondern ein Gründer mit einer Mission, einem funktionierenden Geschäftsmodell und Kapital, das den Betrieb am Laufen hält.


Mit Malaica CEO Lorraine Muluka

Tibu Health: Wenn ein Startup sein Modell findet

Ich war vor Kurzem in Nairobi und saß mit Jason-Louis Carmichael, dem Gründer von Tibu Health, zusammen (übrigens wieder einmal so ein Moment, wo mich die Energie des Kontinents ansteckt und auflädt.)

Tibus’ Geschäftsmodell ist verblüffend einfach: Mini-Kliniken in Apotheken. In Kenia geht man bei Krankheit zuerst in die Apotheke, nicht zum Arzt, denn Ärzte sind rar, Apotheken gibt es überall. Tibu bringt die medizinische Untersuchung dorthin, wo man ohnehin hingehen würde, und hat eine Art „Shop-in-Shop“ Lösung für Apotheken entwickelt. Das Unternehmen hat Verträge mit zwei großen Apothekenketten abgeschlossen, ein eigenes Labor für Tests eingerichtet und steht kurz vor der Gewinnschwelle.

Über Jahre hat das Team von Tibu Health Wege gesucht, wie sie am leichtesten Zugang zu Medizin schaffen können. Jetzt wissen sie es. Und als ich Jason fragte, was er als Nächstes brauche, war die Antwort klar: mehr Kapital für die Expansion. Also haben wir zugesagt. Wir verdoppeln unser Engagement und erhöhen unsere Investition, um die nächste Wachstumsphase von Tibu zu unterstützen. Denn wenn ein Gründer sein Geschäftsmodell gefunden hat, braucht es vor allem Geld, um es groß zu machen.


Jason Carmicheal in der Tibu Klinik in Nairobi

Eine wohlverdiente Beförderung

Und das Highlight aus dem Impacc-Team: Shiela Birungi wurde zur Chief Investment Officer befördert .

Shiela leitet nun unseren gesamten Investitions- und Portfoliomanagementprozess – von der Akquise und dem Dealflow bis hin zur Unterstützung und der Beratung unserer Gründer in ganz Afrika. Sie war die treibende Kraft hinter vielem, was ihr hier lest: all den geprüften und teils verworfenen Geschäftsmodellen, den unterstützten Gründern und den Unternehmen, die heute Tausende von Arbeitsplätzen auf dem Kontinent schaffen.

Mit solchen Kolleginnen macht Arbeit Spaß.


CIO Shiela Birungi mit Irrihub CEO Eric Bosire

Der ACT-Exit: Wie Hilfe funktionieren sollte

Eine weitere Geschichte aus dem Jahr 2025, die es wert ist, erzählt zu werden: der Ausstieg aus Africa Collect Textiles – einer unserer ersten Investitionen.

ACT hat neue Investoren gefunden, und wir haben unsere Anteile verkauft. Das Ergebnis: eine Rendite von 22 %, 705 neu geschaffene Arbeitsplätze und 411 Tonnen vermiedene CO₂- Emissionen. Das Kapital ist bereits wieder im Impacc-Ökosystem und wird in die nächste Gründergeneration investiert.

Kein Geld, das ungenutzt herumliegt. Keine bürokratischen Verzögerungen. So sollte Entwicklungshilfe funktionieren: wie eine Maschine, die sich ständig dreht, nicht wie ein Wasserhahn, der versiegt.

Was kommt im Jahr 2026?

Wir stehen nicht still. Unsere Ziele für 2026 sind ambitioniert:

  • Wir wollen 3 Millionen Euro einnehmen und damit

  • 7 neue Startups finanzieren, die zusammen

  • 54.000 neue Arbeitsplätze in Afrika schaffen sollen.

  • Über 80 % des Geldes soll nach Afrika fließen – denn jeder Euro, den ihr uns anvertraut, soll so gut wie möglich eingesetzt werden.

Und all dem liegt ein Ziel zugrunde, das wir gemeinsam mit Kristian Munsche – unserem neuen Technologieberater – verfolgen: die produktivste gemeinnützige Organisation der Welt zu werden. Weniger Bürokratie. Mehr Umsetzung. Geringere Gemeinkosten. Mehr Arbeitsplätze. Wie versprochen werde ich berichten, wie es läuft.

Vielen Dank, dass Ihr Teil von Impacc seid. Was ihr in diesen Zahlen seht, in Lorraines Krankenhaus, in Jasons Kliniken, in Shielas Portfolio: alles begann mit eurem Vertrauen. Danke!


Herzliche Grüße vom gesamten Impacc-Team, Till


P.S. Und wer immer noch nicht genug hat: hier ist unser Jahresbericht 2025